3. Spezielle Wirbelsäulentherapie

Als ausgewiesener Schmerzspezialist und Casemanager des FPZ-Konzeptes ist Dr. Peter Benten Experte für spezielle Erkrankungen der Wirbelsäule. Dabei wird darauf geachtet die Therapie so schonend wie möglich zu gestalten, hierbei zählt der Grundsatz “konservativ vor operativ“. Es stehen in der Praxis verschiedene spezielle minimal-invasive Verfahren zur Verfügung um Operationen und unnötige Strahlenbelastung bei spezifischen Wirbelsäulenerkrankungen zu vermeiden, die vor genannten Zusatzrisiken werden dadurch minimiert.

Spezifische Wirbelsäulenerkrankungen führen bei den Patienten oft zu akuten oder chronischen Wirbelsäulenschmerzen mit oder ohne Beteiligung der Nervenwurzel. Es handelt sich dabei oft um frische oder ältere Bandscheibenvorfälle, aber auch um verschleißbedingte knöcherne und gelenkseitige Probleme mit Einengung der Zwischenwirbellöcher oder des gesamten Wirbelkanals (Spinalkanalstenosen).

Mit verschiedenen dem Krankheitsbild angepassten Injektionstechniken bei der hier in der Praxis ein gut verträgliches Schmerztherapeutikum verwendet wird ohne Cortisonbeimischung, wird der Schmerzkreislauf an der Nervenwurzel durchbrochen. Durch die Gabe des Mittels zur Schmerzstillung in die direkte Umgebung der Nervenwurzel wird dadurch die eigentliche Störung beseitigt ohne dass man den gesamten Organismus mit medikamentösen Substanzen überfluten müsste. Manchmal wird diese Therapie begleitet durch spezielle physiotherapeutische Maßnahmen, z. B. gezielte Traktionsbehandlungen der Wirbelsäule, auf Massagen sollte in aller Regel verzichtet werden, um den Druck im Wirbelsegment nicht unnötig zu erhöhen.

Zu Vorbereitung der Therapie ist zumeist die Durchführung eines Computertomogramms oder eines MRT der entsprechenden Region der Wirbelsäule notwendig, dann wird entsprechend die Injektionstherapie vorbereitet und durchgeführt unter Verwendung eines entsprechenden Schmerztherapeutikums, zumeist ein Lokalanästhetikum, was zur entsprechenden Schmerztherapie zugelassen ist. Dabei hält die schmerzlindernde Wirkung bei wiederholter Injektion erfahrungsgemäß deutlich länger an, als die pharmakologische Wirksamkeit des Präparates, die in der Regel 4-8 Stunden beträgt. Dies wird erreicht durch Hinderung der Reizleitung an der entsprechend erkrankten Nervenwurzel, somit erzielt man dann eine Langzeitwirkung. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen, um eine Chronifizierung des Krankheitsgeschehens zu vermeiden. Bei bereits chronischem spezifischem Wirbelsäulenschmerz wird das

Spektrum der Behandlung entsprechend erweitert auf Trainingstherapien. Die Hauptindikationen für eine spezifische Therapie sind:

• bandscheibenbedigte Schmerzen an der Nervenwurzel
• Postnukleotomie-Syndrom (Schmerzen nach erfolgter Bandscheibenoperation)
• Spondylolisthesis (Wirbelgleiten)
• Coccigodynien (eigenständige Schmerzen im Bereich des Steißbeins)
• Verschleißbedingte Enge der Zwischenwirbellöcher (Neuroforamenstenosen)

Insgesamt führt also diese konsequente minimal-invasive Therapie zur Schmerzreduktion, zur Abschwellung der beteiligten Nervenwurzel, zur Dechronifizierung des Krankheitsbildes, zur Minderung der notwendigen Schmerzmedikamente, zur Besserung der Funktion und somit der Beweglichkeit und Belastbarkeit.

Wenn sie an akuten oder chronischen Wirbelsäulenschmerzen leiden, sollte somit zunächst geklärt werden ob es sich um, wie oben beschrieben, spezifische Wirbelsäulenerkrankungen handelt. Sollte bereits ein MRT oder CT bei ihnen in dieser Region durchgeführt worden sein, bringen sie bitte die entsprechenden Befundberichte mit, gerne können wir dann gemeinsam das therapeutische Vorgehen besprechen, dabei selbstverständlich Risiken und Nutzen abwägen und auch eventuelle alternative Therapiemöglichkeiten erörtern.